Halloween und Erbedankfest

Irgendwie ist es ja schon peinlich. Jede Gelegenheit wird genutzt um so richtig party zu machen. Nicht nur hier – überall in der Welt. Irgendein Volk auf der Erde hat sicher auch heute eine Festlichkeit, also seien wir solidarisch und feiern mit. Halloween ist ein Beispiel für dieses Völkerverständigende feiern. Und es ist wirklich ein weitgereistes Fest, da es ja anscheinend zuerst in Irland und erst später in den USA gefeiert wurde.

Und was bei diesem Fest gefeiert wird, ist auch nicht klar, mir jedenfalls nicht. Vielleicht ist es auch nur so schwierig geworden, weil mit jeder Reise und Anpassung an ein Land, der Sinn des Festes immer mehr verloren geht. Bis man am Ende die reine Feieressenz übrig hat. Sozusagen ein Destillat. Und nachdem die Feier schon ein Destillat ist, braucht man noch mehr Destillat damit es nicht alleine ist – sprich Alkohol. Viele frönen dieser Destillatspaarung sehr ausgiebig und begeben sich dann in eine Andacht. Und diese Andacht ist so meditativ, dass sie Welt um sie herum vergessen, keine noch so laute Musik kann sie davon abhalten.

Und um Andacht geht es ja dem darauf folgenden Tag auch. Auch dieses Fest der Katholiken, wie im deutschen Fernsehen gerne gesagt wird, ist eigentlich immer mehr zur reinen Essenz verkommen. Alle rennen schnell schnell auf das Grab, und machen es fein. Nicht um die Toten zu ehren, sondern weil nachher die Prozession kommt, und die Leute alle schauen wie schön das Grab hergerichtet ist. Wer will schon eine schlechte Figur machen am Erbedankfest. Das lustigste daran finde ich, dass wir der Toten zu Allerheiligen gedenken, weil zu Allerseelen kein Feiertag ist. Besonders günstig fällt die Andacht an die Verstorbenen dieses Jahr aus. Nachdem der 1. November auf einen Mittwoch fällt kann man einen ausgedehnten Ponte machen. Also mit nur zwei Urlaubstagen volle fünf Tage relaxen. Am Mittwochmorgen die Blumen platzieren und dann ab durch die Mitte, das Wellness-Wochenende ruft.

Eigentlich soll’s mir ja recht sein, seinen verstorbenen Angehörigen sollte man immer im Herzen mit sich tragen. Dafür braucht man keinen speziellen Tag. Wer aber einen Tag braucht um den Mitlebenden zu zeigen dass man an seine entschwundenen Verwandten und Bekannten gedenkt, sollte den Tag auch wirklich begehen.

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