Willkommen in der sozialistischen Sowjetrepublik Südtirol

Vor einigen Jahren ist es den Haslachern gelungen die Zufahrt zu ihrem Viertel von Süden aus für Nicht-Haslacher zu blockieren. Kurz darauf sprachen die Anlieger der Drusus-Straße von einem Zufahrtsverbot für nicht „Drususstraßler“ aber dieser Wunsch wurde bald vergessen. Nun drängen die Grieser auf ein Durchfahrverbot für Ihr Viertel. Der Bürgermeister von Bozen legt noch eines drauf, eine Stadtmaut für Bozen soll in Betracht gezogen werden.
Unberücksichtigt der Tatsache, dass für viele Sarner der kürzeste Weg aus Bozen über die IV November Straße ist und diese ja sicherlich nicht aus nur immer aus Spaß z.B. nach Bozen ins Krankenhaus fahren und auch Grieser fahren ja im Laufe des Jahres „irgendwo“ hin. Wir riskieren also irgendwann mal, dass jedes Viertel, jedes Dorf, dass sich verkehrsmäßig überfahren fühlt, einfach seine Türe zu macht und alle anderen aussperrt. Pendler, Krankenhausbesucher und viele Leute die ja nicht nur aus Jux und Tollerei nach Bozen kommen (viele Ämter gibt es nur dort) würden über lange Umwege auf nur mehr wenige Straßen gezwungen die in kürzester Zeit kollabieren werden. Abgesehen davon ist nicht zu vergessen, dass der selbstgemachte Verkehr, sprich Bozner die sich innerhalb Bozen bewegen auch nicht zu unterschätzen ist.
Die öffentlichen Verkehrsmittel sind in Bozen nur brauchbar wenn man sie nicht zu den Stoßzeiten verwendet, da sie bei diesen unweigerlich zusammenbrechen und ins Chaos stürzen. Auch sei dem geneigten Leser mal empfohlen z.B. mit Zug und Bus ins Krankenhaus Bozen zu fahren … evtl. sogar mit einer älteren Person die nicht mehr gut zu Fuß ist. Spätestens nach einer kurzen Runde in den Stadtbussen mit ihren rambo-mäßig agierenden Fahrern und -innen (Gas Bremsen ohne Rücksicht auf Businsassen von mir selbst oftmals erlebt) kann sein, dass eurer älterer Mitfahrer eh einen Bettenplatz in der Orthopädie braucht.
Bozens Bürgermeister bringt nun die Stadtmaut ins Spiel, und trifft damit wieder nur die Schwächsten, Pendler aus der Umgegend die gezwungen sind nach Bozen zu fahren um zu arbeiten und zu leben. Aber in puncto Rücksicht auf die Schwachen haben die zuständigen Bozner Organe ja schon oft gezeigt wo sie stehen (der Plan Euro 2 Autos zu blockieren rückt immer näher, mein 1998 Punto 1.1 mit Kat und Bosch Motronic für minimalen Verbrauch wird bald zur Dreckschleuder erklärt, so ein Witz, während ein nagelneuer Porsche Cayenne Turbo der gleichzeitig dutzende Liter durch den Auspuff jagt, problemlos fahren kann). Wie schon verschiedene Mautsysteme bewiesen haben z.B. am Timmelsjoch, wird der Tourist, der eh nach Südtirol kommt sich kaum durch die ein oder andere Maut beeindrucken lassen. Der einfache Pendler mit tausend und ein paar Euro, der sich heutzutage, auch Dank IMU und Co. jeden Cent umdrehen muss, dem werden aber diese Systeme schwer belasten. Weitere Fixspesen kommen auf ihn zu. Ideen ausknobelt von hochbezahlten Politikern und Top Leuten, deren Löhne wahrscheinlich den Blick auf die Realität des einfachen Menschen verstellen.
In unserm überregulierten Ländle sind wir mit diesen Methoden wirklich auf dem Weg in ein sowjetisches Musterland.

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