Barbarossa

Es jährt sich am 22. Juni zum 70 Mal der Jahrtag des Überfalls auf die Sowjetunion durch Hitlerdeutschland und die Achsenmächte.  Leider wird dies in Südtirol, sonst an Jahrtagen sonst nicht arm, sehr mager behandelt.Während sich das offizielle Deutschland mit Sondersendungen und speziellen neuen Buchausgaben auf den Juni 2011 vorbereitet herrscht hier bis heute Schweigen. Der Einfluss dieser Operation, einer der größten Militärunternehmen der Geschichte, auf die lokale Südtiroler Geschichte ist aber nicht zu unterschätzen. Tausende Südtiroler liessen auf den Schlachtfeldern der Ostfront ihr junges Leben. Sie erfroren in der finnischen Tundra, verhungerten in Stalingrand, starben in Woronesch. Ich empfehle jedem  einen Gang in den heimatlichen Friedhof zum Kriegerdenkmal. Dort sind Namen über Namen von jungen Männern eingraviert, die in der Ferne ihre letzte Ruhe gefunden haben. Ein Aderlass für das kleine Südtirol aber aber im besonderen für die Bürger der Sowjetunion. Denn  dieses Land, welches bis Juni 1944 die Hauptlast des Landkrieges trug, verlor ca.  27 Millionen Einwohner, Bürger und Soldaten. Der Krieg war von Anfang an als gezielter Vernichtungskrieg geführt. Gefangene wurden gezielt getötet oder verhungern gelassen. Hinter der vorrückenden Wehrmacht folgten den verschiedenen Einsatzkommandos, welche aus SS und Polizeieinheiten und lokalen Hilfswilligen zusammengestellt, sofort  Juden, kommunistische Parteimitglieder und die sowjetische Oberschicht vernichteten. Schon in „Mein Kampf“ wurden eindeutig die Leitlinien der politischen und militärischen Planung der Nationalsozialisten festgelegt. Das Ziel des Lebensraums im Osten war schon eindeutig ausgearbeitet, das Ende welches die Juden machen würden auch schon vorgezeichnet. Darüberhinaus ließ Hitler auch in seinen öffentlichen Reden keine Zweifel an seinen Zielen. Eine komplette Verkennung der politischen und wirtschaftlichen Lage der Sowjetunion (der Koloss mit tönernen Füßen) die Überschätzung der eigenen taktische Leistungsfähigkeit (Abschluss der Operationen vor Wintereinbruch, daher keine Winteruniformen) ließen ihn aber den Grundstein der Niederlage legen.  Der Halt vor Moskau, die Wende in den Winterschlachten 1942 – 43 (u.a. Stalingrand), eine enormes wirtschaftliches Potential außerhalb der Reichweite der vorwiegend für taktische Einsätze aufgebauten Luftwaffe  hinterließen ihre kleinen Spuren auch in Südtirol.  Die immer schwieriger werdende Lage (nicht nur) an der Ostfront ließ die Option teilweise einstellen. Nichts wurde aus dem großgermanischen Lebens(albt)raum  der  Linie Archangelsk – Astrachan, die Linie welche die deutschen Truppen erreichen sollten. Hinter den Ural sollten die nicht erwünschten Slawen vertrieben werden, ohne Rücksicht auf Verluste. Jene Bevölkerungsteile, welche für eine „Regermanisierung“ im Sinne des Rasse- und Siedlungshauptamtes des Ahnenerbes und andere kruder Germanenverehrer als „rassisch wertvoll“ angesehen wären, konnten bleiben, zusammen mit einer slawischen Sklavenschicht, die für die germanischen Herrenmenschen Frondienst leisten sollten und für die eine niedrigst mögliche Kulturstufe vorgesehen war.

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