Cooles Festival auf der Gompm Alm

Auch dieses Jahr gab es wieder ein Festival in bergiger Höhe. Und auch diesmal waren wir vor Ort auf der Gompm-Alm und haben uns ein Bild gemacht. Hat sich etwas getan seit unserem letzten Besuch? Zuallererst kann man gleich mal sagen dass sich die hygienische Situation verbessert hat. An Stelle der Dixie-Klos, die nach ein paar Stunden schon furchtbar aussahen, wurde ein großer Toiletten-Container aufgestellt. Hier konnten die weiblichen Bedürftigen den männlichen Containergesellen neidisch über die Schulter schauen, denn diese hatten ja den Vorteil, dass sie sich nicht in Kabinen einschließen mussten.

Aber nun zum Festival. Die große Neuigkeit dieses Jahres war die Verlegung der Bühne von der Terrasse vor der Hütte auf den Hügel nebenan. Dort fand in den letzten Jahren das Volleyball-Turnier statt. Dieses musste einem Zelt weichen und auch Gastro-Stände fanden dort Platz. Dadurch war die Terrasse wieder für die Tische frei und das erweiterte kulinarische Angebot konnte dort in Ruhe genossen werden. Diese Trennung war aber auch etwas befremdlich. Es hatte fast den Anschein, dass das Festival von der Hütte getrennt wäre – sozusagen im Lokal daneben. Das legte sich aber bald als gegen Abend dann über 1000 Festivalbesucher die Alm rockten.

Die Terasse wurde diesmal nicht von Tanzenden gestört ;-)

Die Terasse wurde diesmal nicht von Tanzenden gestört 😉

Musikalisch gab es ein abwechslungsreiches Programm – mit Schwerpunkt Blues wie immer – und einigen Highlights. Die unterschiedliche musikalische Qualität einiger Bands (z.B. die Bogus Brothers) war zwar eher zweifelhaft (der Vergleich zwischen Tavernello und einem guten Rotwein) aber sie taten ihren Dienst. Unter den Highlights waren sicher Sax Gordon & THE R&B Explosion und Ronnie Baker Brooks am Samstag und Meena Cryle & The Chris Fillmore Band am Sonntag. Von ersteren haben wir sogar ein kleines Video gemacht (verwackelt und mit schlechtem Bildausschnitt) das ihr hier sehen könnt.

War es also ein Spaß auf dem Festival? Ja – wenn man ordentlich vorbereitet war. Man vergisst im Juli gerne, dass es auf 1800m Höhe ganz schön kalt werden kann. Das vom Wetterdienst angepriesene Kaiserwetter hat sich Samstag Mittag schon verabschiedet. Die Folge war eine deutliche Abkühlung und am Abend sank das Thermometer auf weit unter 10°C. Da macht mancher 20 Euro Schlafsack schlapp und man ist froh nicht alleine im Zelt übernachten zu müssen. Ich gebe es offen zu – ich hatte die Ski-Unterwäsche an und hatte trotzdem nicht zu warm. Da taten mir dann fast die jungen Hüpfer leid, die zum ersten mal dabei waren und auch Abends relativ leicht bekleidet unterwegs waren ;-).

gompm_2009_01

Jetzt kommen wir aber zum leidigen Thema Geld. Auch dieses Jahr wurde wieder scharf kontrolliert und so einige Getränke und Lebensmittel konfisziert. Das Motto lautet ja, die Konzerte kosten nix, dafür kostet die Konsumation etwas mehr. Tolles Motto, aber da kommt es auf die Auslegung an. Denn die Preise sind für einige Dinge recht gesalzen – besonders wenn man davon ausgeht wie lange man auf diesem Festival bleibt. Keiner bleibt nur eine Stunde. Dafür liegt es zu abgelegen. Die meisten die Samstags schon dabei sind bleiben auch über Nacht und Frühstücken auch. Das man da nicht nur ein Bier konsumiert ist logisch. Da hat man dann schnell 100 Euro ausgegeben, denn um die Verrechnung für die Angestellten leichter zu machen gibt es ein Bon-System. Pro Bon 2 Euro – ein Bier 2 Bons – der Orangensaft zum Frühstück 2 Bons – ein kleiner Teller Nudeln 5 Bons (das ist die zweitbilligste Speise – Pizza kostete 4 Bons). Muss das so teuer sein? Die Organisation wird zwar professioneller und aufwendiger und somit kostspieliger, aber ich frage mich wirklich ob es das braucht. Müssen es 11 Bands sein plus DJ und Gastmoderator/Singer? Müssen es große Zelte, Curryreis und Co sein? Gehts nicht auch ein wenig uhriger und einfacher? Die Besucherzahlen sind in den letzten Jahren nicht sprunghaft angestiegen – ich glaube sie sind eher konstant geblieben – und das junge Publikum verlangt nicht einen Luxus den viele Feste/Konzerte im Tal nicht mal bieten (Klos mal ausgenommen). Also wäre vielleicht ein wenig back to basics gar keine schlechte Idee.

Und was ist also unser Fazit – gehen wir nochmal hin – logisch denn wenn man die Summen zieht (herrlich eingedeutscht) ist es immer noch eines der besten Festivals in Südtirol.

Ein paar hundert wackere Camper trotzten den Temperaturen

Ein paar hundert wackere Camper trotzten den Temperaturen

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