So ein Sommer

Jetzt wo alle mitbekommen haben dass der Sommer vorbei ist, kann man einen wehmütigen Blick zurück wagen. Das Wetter war ja nicht immer das beste, aber trotzdem konnte man ab Ende Juli doch noch spüren dass man im Sommer ist.

Was auch dieses Jahr nicht gefehlt hat waren die Feste und „langen“ Wochentage und hier unser kurzer Blick auf die Saison 2008. Nachdem so einiges zusammengekommen ist, haben wir den Beitrag geteilt – Teil 2 in ein paar Tagen.

Laaange Wochentage

SparkassenbesteigungOb jetzt langer Dienstag, Mittwoch, Donnerstag oder Freitag, jedes Dorf und Stadt hat sich einen Tag auserkoren an welchen das Zentrum zur Festmeile wird und bei Livemusik und offenen Läden der Sommer genossen werden kann. Ok, in den meisten dieser Abende sind die Einlagen eher Beiwerk , sozusagen Sättigungsbeilage und höchstens für Kleinkinder und Touristen interessant, aber manchmal findet man eine Perle. Ob es nun eine Blues-Band ist, welche angenehm auffällt oder dass man völlig unerwartet soviele Bekannte trifft (sogar die hartnäckigsten Stubenhocker trauen sich aus dem Haus, wenn es nur warm genug ist) und über eine Langer DonnerstagStunde braucht um 100 Meter weiterzukommen. Diese Veranstaltungen sind eigentlich so erfolgreich, dass es den Dorffesten langsam aber sicher das Wasser abgräbt – ob das gut oder schlecht ist will ich hier nicht festmachen, aber so manches Dorffest fehlt mir nicht. Besonders nicht, weil es nichts mehr bietet als so ein laaanger Dienstag.

Calici di stelle

Bozen ist wie immer eine Geschichte für sich – fast schon eine Welt für sich. Gegenüber dem Rest von Südtirol ist nicht nur die Bevölkerung anders zusammengesetzt, auch die Einstellung gegenüber dem „Ausgehen“ ist anders. Dieses Jahr wurde der Abend von einem Platzregen heimgesucht, von denen hatten wir ja mehr als genug, und dennoch füllte sich die Laubengasse fast zur Gänze. Anders als bei so manchem Fest war das Publikum trotz Alkohol heiter und die Stimmung hatte mehr etwas von Calici di stelleeinem Lungomare. Lustig waren die Schilder mit den Hinweisen zum Alkohol-Test.

Kalterer Weinfest

Wie alle Jahre viel zu viele Touristen, viel zu viele Leute und viel zu kleine Durchgänge. Ich musste nach einer Stunde passen. Stimmung war ja ok, aber durchgewalzt zu werden wie ein Nudelteig ist nicht gerade optimal. Und sorry Nietta (ich weiß du liest mit) – bis zu dir hab ich es beim besten Willen nicht geschafft.

Emergency – ein Fest mit Beigeschmack

Emergency WCNGO’s (Non-Govermental-Organizatons, Nicht-Regierungs-Organisationen) tragen maßgeblichdazu bei, dass in den Ländern dieser Erde den Bedürftigen geholfen und den Unterdrückten eine Stimme gegeben wird. Über die negativen Auswirkungen der NGO’s auf die Immobilienpreise in den Ländern und Städten in denen sie aufkreuzen möchte ich hier nicht viele Worte verlieren, aber über die scheinheiligen Auswüchse hierzulande schon.

Alle Jahre wieder veranstaltet die lokale Sektion von Emergency ein zweitägiges Fest. Vorgelagert ein kleiner Markt . Dort wird das übliche Alternativ-Krimskrams verkauft, welches man rund um den Globus in jedem Rucksacktouristen-Hauptwuartier auch findet. Die No-Globals gelten nicht umsonst als die globalisierteste Bewegung der Welt. Man kann auch Petitionen gegen Coca Cola und Puma unterschreiben und so sein gewissen Beruhigen – man kauft die Sachen dann doch, aber man hat ja unterschrieben und gespendet. Im Mittelalter hat man das Ablasshandel genannt. Diese Scheinheiligkeit geht treibt auch ein paar lustige Stilblüten. So kann man hinter dem Thresen einen Kühlschrank von Coca Cola sehen, auf dem die Werbung stümperhaft zugeklebt wurde. Bravo, jetzt hat man es dem System aber gezeigt. Man hat Coca Cola ausgenutzt ohne dass die Werbung wirken konnte.

Spolpo Blues Band

Das Publikum war natürlich gemischt. Auf der einen Seite die „Normalos“, die ja alle „uniformiert“ herumlaufen und auf der anderen Seite die „Alternativen“, natürlich auch in ihrer Uniform – sonst gehört man auch nicht dazu. Wär es nicht besser wenn diese Weltverbesserer sich auch hierzulande etwas mehr engagieren würden? Es gibt genug zu tun, von der Sozialarbeit, der Hilfe für Bergbauern und bei der Integration der Zuwanderer. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Die Stimmung war aber trotzdem prächtig und die Musik auch – Spolpo sei Dank. Nur eins noch – nur weil man so viel für Afrika & co tun will heißt nicht, dass man auch wie dort auf Klo gehen muss. Die Sanitären anlagen waren entweder zu weit weg, oder versteckt oder einfach nur ungenügend. Hallooo – kein Wunder, dass so mancher den nächsten Baum anvisiert hat.

Aber dieses Fest ist ja nicht das Einzige welches grobe Mängel hatte, deswegen freut euch auf den nächsten Teil…

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