Ein Pinzimonio im Garten

Pinzimonio Event

Ein Pinzimonio ist eine Art kalter italienischer Vorspeise bei welcher rohes Gemüse in Öl getunkt wird und natürlich verzehrt. Aus dieser Vorspeise einen Event zu gestalten ist eine interessante Idee und dass dies der Meraner Sektion von Slow Food eingefallen ist, unterstreicht nur einmal mehr, dass es der Vereinigung auch darum geht auf den reinen Geschmack zu achten. Denn eines ist sicher, je einfacher die Zutaten, umso besser muss deren Güte sein. Schlechtes, geschmackloses Gemüse und ein neutrales industrielles Olivenöl können auch zusammen keinen Genuss ergeben.

Was liegt also näher als das Wissen von Slow Food um ausgewählte Olivenöle und den biologisch angebauten Erzeugnissen aus heimischem Anbau von Biokistl zusammenzuführen. Nun muss man nur eine passende Kulisse finden, am besten in einem schönen Garten, der vielleicht auch noch einem Winzer gehört, damit man auch etwas zum herunter spülen hat. Zum Schluss garniert man noch mit einem Geschenk und hofft auf viele Teilnehmer und gutes Wetter.
Und wie war es wirklich?
Pinzimonio EventUm es vorweg zu nehmen, das Wetter war die Achillesferse des Unternehmens. Es wurde schon angekündigt, dass bei schlechtem Wetter alles abgesagt würde. Dies bedeutete natürlich, dass bei der diesjährigen Wetterlage ein schnelles aus der Veranstaltung nicht sehr unwahrscheinlich wurde. Zu Überraschung der Teilnehmer war aber nicht ein Regenguss der Miesmacher, sonder ein kalter Wind, der just diesen Abend durch den Labyrinthgarten des Weingut Kränzels musste und die Temperatur derart abkühlte, dass ein „Verkosten“ der Öle praktisch unmöglich machte. Auch die „philosophische“ Einleitung hätte man sich sparen können, denn ersten konnte man kaum etwas hören, zweitens waren zum großen Teil die Besucher Mitglieder von Slow Food und wussten deshalb um was es bei Slow Food geht. Der andere Teil waren Kunden vom Biokistl und diese hatten auch schon von Slow Food gehört, denn wer sich für Bio-Gemüse mit 0 Kilometer interessiert und sich mit diesen Themen auseinandersetzt stößt unweigerlich früher oder später über Slow Food.

Pinzimonio EventDas Publikum war also eine eingeschworene Gemeinde, im Durchschnitt über dreißig, und bis auf eigene Ausnahmen (ein paar jüngere Männer gaben an, sie wissen überhaupt nicht was auf sie zukommt, sie wurden von ihren Frauen angeschleppt) konnte man sehen, dass sich auch viele kannten. Dass die Organisation davon ausgeht, dass man paarweise ankommt, kann man daran sehen, dass jeweils zwei Personen eine Kiste bekamen, in der die Basisaustattung  war. Jeweils zwei Teller, Wein- und Wassergläser, Ölbecher, Gabel,  eine Flasche Wein, eine Bio-Baguette und „ein Buch“ – jeder bekam also ein halbes Geschenk.

Pinzimonio EventDie verkosteten Produkte, seien es nun Öle, Wein und Gemüse waren natürlich einwandfrei  und wirklich ein Genuss. Man musste zwar immer genug Wein im Glas haben, damit es nicht vom Tisch geweht wurde, aber deshalb hatte man ja eine halbe Flasche pro Kopf. Die Kommunikation mit anderen Besuchern war dann aber doch etwas eingeschränkt. Zum einen durch die Temperaturen, zum anderen durch den langgezogenen Tisch, der künstlerisch sehr ansprechen ist, aber die Kommunikation nicht fördert.
Außerdem konnte man eine klare Teilung der Gäste feststellen. Zum einen war da die Produzenten (Wein oder Gemüse) und ein paar Profis (also Leute die geschäftlich mit den Produkten zu tun haben, ob jetzt Schreibend oder Verkaufend). Zum anderen die Endverbraucher. Es kam da nicht wirklich zu einem Austausch.

Trotz dieser kleinen Mängel und einem frühzeitigen Abgang (ab 22 Uhr waren fast alle gegangen) war es ein netter Abend und ich würde auch ein nächstes Mal wieder hingehen.
Pinzimonio Event

Slow Food  und Biokistl?
Es würde sicher den Rahmen sprengen hier ausführlich über Slow Food und das Biokistl zu schreiben. Deshalb nur soviel. Slow Food ist eine gemeinnützige Vereinigung welche sich mutig und vehement dafür einsetzt, dass das was wir essen „Buono, pulito e giusto“ ist. Das heißt gut, gesund und gerecht erzeugt. Sie haben den großen Food-Industrien, den industriefreundlichen Gesetzen und  gegen den Verlust der regionalen Geschmacksvielfalt. Mehr Infos hier.

Das Biokistl hingegen ist eine Genossenschaft von Biobauern aus Südtirol. Sie bieten sogenanntes o Kilometer Gemüse an (zumindest von Frühjahr bis Sommer), das bedeutet dass keine unnötigen Transporte gemacht werden und saisonale Produkte angeboten werden. Dies in Verbindung mit einem Abonnement und Lieferung frei Haus. Es gibt auch einen schönen Nebeneffekt. Nachdem man die Auswahl dem Biokistl lässt (Gemüse und Obst das man nicht mag kann man angeben) bekommt man auch mal Gemüse, das man normalerweise nicht kaufen würde und entdeckt so manches mal neue Lieblinge. Mehr Infos hier.

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