Unverschämtes Wasser

Anscheinend ist die Sitte zum Kaffee ein Glas Leitungswasser zu spendieren in unseren Breiten nicht sehr geläufig. Seis drum, die italienische Kaffeekultur, der wir ja näher sind, sieht dieses Ritual auch nicht unbedingt vor. Bei Nachfrage sind aber die meisten Gastronomen gerne bereit das Glas Wasser nachzureichen. Umso unverständlicher wird es aber, wenn man bei einem Restauraunt oder Gasthausbesuch auf der Rechnung das Leitungswasser berechnet sieht. Über den Unsinn natürliches Mineralwasser zum Essen zu bestellen will ich gar nicht eingehen, denn nicht nur in Südtirol ist das normale Leitungswasser von guter Qualität und manchmal sogar besser als das Flaschenwasser. Von der Umweltbilanz ganz zu schweigen.

Wenn man nun also sich entscheidet das Bürgermeisterwasser zu trinken erwartet man eigentlich nicht einen saftigen Betrag bezahlen zu müssen. Denn zum einen ist der Preis für das Wasser ja bekannt (1000 Liter kosten weniger als ein Euro) und zum Anderen können die Kosten für die Reinigung des Glases und Personals nicht großartig zu buche schlagen. Da wundert man sich dann schon wenn man für 0,5 Liter 80 Cent bezahlen soll.

Die Begründung des Gastronomen, dass es sich um belebtes Wasser handelt, kann mich auch nicht überzeugen. Man kann an die verbesserten Eigenschaften glauben oder eben nicht. Wenn der Gastronom an die Eigenschaften glaubt, ist es sein gutes Recht, die Kosten dann aber auf dem Kunden abzuwälzen ist aber dann aber schon grenzwertig.

Was bleibt ist ein Gefühl, dass der Kunde über den Tisch gezogen werden soll. Entweder er bestellt sich ein überteuertes Leitungswasser oder er weicht auf andere Getränke aus. Oder aber er ist Konsequent und sagt einfach: „Danke ich trinke nichts.“

Foto von 96dpi

10 Gedanken zu “Unverschämtes Wasser

  1. Hallo Itchi,

    aus der Sicht des Wirtes geht es vor allem darum, was der Gast im Lokal sonst noch konsumiert: wenn jemand im Restaurant speist und zum Wein Leitungswasser bestellt, dürfte er nur in den seltensten Fällen (Ausnahmen bestätigen die Regel…) dafür bezahlen.

    Wenn es aber keine weiteren Konsumationen gibt, dann finde ich es durchaus gerechtfertigt, wenn das „Bürgermeisterwasser“ berechnet wird.

    Trotzdem habe ich is bisher immer bleiben lassen; ist mir doch igendwie ein bisschen zu peinlich…

  2. Hallo Itchi,

    aus der Sicht des Wirtes geht es vor allem darum, was der Gast im Lokal sonst noch konsumiert: wenn jemand im Restaurant speist und zum Wein Leitungswasser bestellt, dürfte er nur in den seltensten Fällen (Ausnahmen bestätigen die Regel…) dafür bezahlen.

    Wenn es aber keine weiteren Konsumationen gibt, dann finde ich es durchaus gerechtfertigt, wenn das „Bürgermeisterwasser“ berechnet wird.

    Trotzdem habe ich is bisher immer bleiben lassen; ist mir doch igendwie ein bisschen zu peinlich…

  3. Endlich mal einer der es genau so wie ich sieht… Manchmal spreche ich das Thema mit Freunden und Bekannten an und ich werde blöd angeschaut weil ich den Eindruck mache, eine „Gniggerin“ zu sein weil ich nicht das Flaschenwasser bestelle…
    Herbert hat schon Recht: es muß schon etwas anderes konsumiert werden… wenn ich ein Teller Nudeln will und nichts anderes trinken will als ein Glas Leitungswasser dann sollte ich das schon dürfen. Ich würde ja sogar bis zu 50 Cent dafür bezahlen! Es wurde mir in vielen Restaurants (mit verstörter Miene) geantwortet, daß das Leitungswasser gar nicht serviert wird.

  4. Endlich mal einer der es genau so wie ich sieht… Manchmal spreche ich das Thema mit Freunden und Bekannten an und ich werde blöd angeschaut weil ich den Eindruck mache, eine „Gniggerin“ zu sein weil ich nicht das Flaschenwasser bestelle…
    Herbert hat schon Recht: es muß schon etwas anderes konsumiert werden… wenn ich ein Teller Nudeln will und nichts anderes trinken will als ein Glas Leitungswasser dann sollte ich das schon dürfen. Ich würde ja sogar bis zu 50 Cent dafür bezahlen! Es wurde mir in vielen Restaurants (mit verstörter Miene) geantwortet, daß das Leitungswasser gar nicht serviert wird.

  5. Hmmm… die durchschnittliche Minute eines Mitarbeiters kostet dem Arbeitgeber 0,42 EUR, und zwischen Aufschenken, Servieren, Abräumen und Abspülen wird eine Minute draufgehen. Wenn man da noch alle anderen Kosten dazurechnet (Energie, Immobilie, IRAP, sonstige Steuern, etc. etc.), dann sind auch 0,80 EUR gerechtfertigt. 😉

    Aber Herbert hat recht. Der Kontext machts aus. Wenn jemand rundherum konsumiert, sollte auch ein Glas Leitungswasser drin sein.
    (N.B.: wer mitbekommt, was ab und zu in verschiedenen Trinkwasserkonsortien auf der Tagesordnung steht, bestellt und bezahlt gern ein Mineralwasser)

    bis dann
    Christian

  6. Hmmm… die durchschnittliche Minute eines Mitarbeiters kostet dem Arbeitgeber 0,42 EUR, und zwischen Aufschenken, Servieren, Abräumen und Abspülen wird eine Minute draufgehen. Wenn man da noch alle anderen Kosten dazurechnet (Energie, Immobilie, IRAP, sonstige Steuern, etc. etc.), dann sind auch 0,80 EUR gerechtfertigt. 😉

    Aber Herbert hat recht. Der Kontext machts aus. Wenn jemand rundherum konsumiert, sollte auch ein Glas Leitungswasser drin sein.
    (N.B.: wer mitbekommt, was ab und zu in verschiedenen Trinkwasserkonsortien auf der Tagesordnung steht, bestellt und bezahlt gern ein Mineralwasser)

    bis dann
    Christian

  7. Das hängt oft auch ein bisschen von der Menatalität des Wirtes ab. In Bozen gibt es ein Lokal im Autobusbahnhof da wir dir eine beim Mittagessen eine Karaffe Leitungswasser serviert, ohne zu fragen, eine schöne Angewohnheit. Ich glaube einem Kunden der eh schon ein Teller Nudel oder eine Pizza isst, soll ohne weiteres und ohne Aufpreis sein Leitungswasser bekommen. Denn die Wertschöpfung ist eh schon beim Essen für den Wirt ordentlich. Am meisten verdient er aber logo bei den Getränken im Allgemeinen. Schaut euch doch mal die Weinlisten z.B. an da werden recht biedere Weine 3 – 4 und mehr mal aufgewertet ……

  8. Das hängt oft auch ein bisschen von der Menatalität des Wirtes ab. In Bozen gibt es ein Lokal im Autobusbahnhof da wir dir eine beim Mittagessen eine Karaffe Leitungswasser serviert, ohne zu fragen, eine schöne Angewohnheit. Ich glaube einem Kunden der eh schon ein Teller Nudel oder eine Pizza isst, soll ohne weiteres und ohne Aufpreis sein Leitungswasser bekommen. Denn die Wertschöpfung ist eh schon beim Essen für den Wirt ordentlich. Am meisten verdient er aber logo bei den Getränken im Allgemeinen. Schaut euch doch mal die Weinlisten z.B. an da werden recht biedere Weine 3 – 4 und mehr mal aufgewertet ……

  9. Der Kontext war schon klar, es ging nur um die Getränkekonsumation beim Essen. Es ist aber schon interessant zu sehen wie sich die Leistungen entwickeln. Während bei Produkten der Trend zu „alles Inklusive“ geht, findet man gerade im Dienstleistungssektor immer mehr das „das bezahlt man extra“. In der italienischen Gastronomie gab es ja schon immer diese Beispiele, vom Coperto bis zur Schattenzulage. Einige dieser Zulagen hatten sich in den letzten Jahren in Luft aufgelöst und schafften dadurch auch mehr Preistransparenz. Bei dem von Itchi geschilderten Fall finde ich handelt es sich wieder um eine Verschleierung derselben.

    Und auch noch nebenbei, was die Wasser-Privatwirtschaft so treibt ist jenseits von Gut und Böse und sprengt sogar den Rahmen dieses Blogs 😉

  10. Der Kontext war schon klar, es ging nur um die Getränkekonsumation beim Essen. Es ist aber schon interessant zu sehen wie sich die Leistungen entwickeln. Während bei Produkten der Trend zu „alles Inklusive“ geht, findet man gerade im Dienstleistungssektor immer mehr das „das bezahlt man extra“. In der italienischen Gastronomie gab es ja schon immer diese Beispiele, vom Coperto bis zur Schattenzulage. Einige dieser Zulagen hatten sich in den letzten Jahren in Luft aufgelöst und schafften dadurch auch mehr Preistransparenz. Bei dem von Itchi geschilderten Fall finde ich handelt es sich wieder um eine Verschleierung derselben.

    Und auch noch nebenbei, was die Wasser-Privatwirtschaft so treibt ist jenseits von Gut und Böse und sprengt sogar den Rahmen dieses Blogs 😉

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