Lieblingsthema Zweisprachigkeitsprüfung

Vor einigen Monaten haben wir eine kleine Umfrage zum Thema Zweisprachigkeitsprüfung gemacht. Die Resultate waren interessant und deshalb haben wir bei der „Dienststelle für die Zwei- und Dreisprachigkeitsprüfungen“ ein paar Nachforschungen angestellt. Wir haben also ein paar Fragen gestellt und Frau Wanda Finocchiaro, Koordinatorin der Dienststelle, hat uns auch einige Antworten geschickt.

Die aktuelle Regelung, wie die Prüfung abgehalten wird, wir denken hier vor allem an die fixen Termine, stößt auf geteilte Meinung. Gibt es Bestrebungen diese kundenorientierter zu gestalten?

Die Zwei- und Dreisprachigkeitsprüfungen sind in erster Linie für die Zulassung zu öffentlichen Wettbewerben eingeführt worden und sind somit genauen Bestimmungen unterworfen. Jedes Gesuch erhält bei der Annahme eine Nummer, die den Werdegang bestimmt, wobei die chronologische Reihenfolge streng eingehalten werden muss (wer eher die Urkunde erwirbt, kann sich früher um eine Stelle bewerben!). Auch muss das Zufallsprinzip bei der Zuweisung der Prüfungskommissionen beachtet werden. Wenn Sie dann noch bedenken, dass sich über 1500 Bewerber im Monat anmelden, verstehen Sie sicher, dass wir nicht auf die Wünsche der Einzelnen eingehen können.

Ziele sehen in der Zweisprachigkeitsprüfung nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch eine berufliche Chance. Wäre es nicht sinnvoll, die Zweisprachigkeitsprüfung nicht nur als Pflicht für den öffentlichen Dienst zu sehen, sondern als Zertifikat auch für die Privatwirtschaft? Und kann ihrer Meinung nach die Zweisprachigkeitsprüfung helfen, die Kommunikation der Sprachgruppen in Südtirol fördern?

Fragen kann ich nicht beantworten, da sie über unsere Kompetenz hinausgehen.

Die Dienststelle heißt auf ihrer Internetseite „Dienststelle für die Zwei- und Dreisprachigkeitsprüfungen“. Wir konnten aber keinerlei Informationen zur „Dreisprachigkeitsprüfung“ in deutsch oder italienisch finden. Wann braucht man diese und warum sind die Informationen nur in ladinisch?

Der Teil über die Dreisprachigkeitsprüfung ist an ladinische Bewerber gerichtet, darum in ladinischer Sprache verfasst. Diese Prüfung wird nur jenen BürgerInnen abverlangt, die eine Stelle in den ladinischen Tälern anstreben.

Sie gehen davon aus, das ein Südtiroler, der eine Stelle in den ladinischen Tälern annehmen will sowieso ladinisch sprechen muß, und deshalb die Informationen nur in dieser Sprache zu Verfügung stehen müssen. Wäre es nicht kohärenter auch diese Informationen in allen Landessprachen anzubieten?

Vielleicht gelingt es mir, die Antwort klar zu formulieren: für Wettbewerbe, zu denen man ohne Ladinischkenntnisse antreten kann, ist auch in den ladinischen Tälern keine Ladinischprüfung vorgesehen, und BürgerInnen, die an dieser Prüfung interessiert sind, verstehen natürlich Ladinisch und wollen sogar die Informationen in ihrer Sprache erhalten.

Vor einigen Monaten gab es Medienberichte über einen Konflikt mit der EU über die Anerkennung von Sprachprüfungen in Südtirol und der Anpassung der Zweisprachigkeitsprüfung an EU-Normen. Gibt es Neuigkeiten zu diesem Thema?

Von der Anerkennung anderer Sprachdiplome ist schon lange die Rede, wir warten jedoch immer noch auf die entsprechenden Bestimmungen.
Fazit

Von den Antworten kann man sehen, dass es durchaus Gründe gibt warum die Prüfung zur Zeit so „kompliziert“ organisiert ist. Besonders wenn es um Stellen im öffentlichen Dienst geht muss ein Protokoll gewahrt bleiben. Zu einigen Fragen konnte die Dienststelle leider keine Angaben machen, wir haben sie deshalb dem Landeshauptmann gestellt und warten nun auf seine Antwort.
Eine Anmerkung zum Schluss. Ich kann verstehen, dass es faktisch so ist, dass kaum ein Südtiroler, der nicht in den ladinisch-sprachigen Tälern aufgewachsen ist, ladinisch spricht. Es wird wahrscheinlich auch kaum vorkommen, dass jemand ladinisch nur wegen einer Stelle lernt und deshalb die Dreisprachigkeitsprüfung auch nicht schaffen. Aber die Informationen zur Dreisprachigkeitsprüfung sollten nicht nur in ladinisch vorgehalten werden – zumindest jene welche angeben wann auch ladinisch pflicht ist..

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