Feiern in die Stadt bitte

Merry Christmas
Markus Lobis, zitiert in seinem Blog einen Artikel der Süddeutschen Zeitung der ihm, wie er schreibt, aus dem Herzen spricht. Da möchten wir einmal dagegenhalten.

Obwohl wir uns ja auch recht kritisch gegenüber diverser Veranstaltungn geäußert haben, dienten diese wohl mehr der Aufklärung. Es werden oft Erwartungen geweckt, Autentizität vorgegaukelt usw. Aber daran, dass Veranstaltngen gemacht werden, daran kann ich mich nicht stoßen. Und ja, sie sollten auch weiterhin ins Zentrum der Städte hinein. Auf die Plätze und Straßen. Die Plätze sind ja eigentlich nur deswegen entstanden und es ging auch immer um den Kommerz (siehe Marktplatz).

Wir gehen erst heute daran, die Plätze architektonisch zu zerpflücken und ihr Leere zu kontemplieren. Feste und Parties werden vorzugsweise auf bestimmte Areale zugewiesen. Lokale sollten so früh wie möglich schließen, damit in der Altsatdt auch mal Ruhe ist. Wohin soll das noch führen. Wahrscheinlich zu den toten Innenstädten die man aus dem Rest Europas kennt. Dort wo keiner mehr am Abend oder Wochenende hingeht, weil es da nix gibt nach Feierabend. Geisterstädte in denen auch keiner mehr wohnt, weil es ja nichts mehr gibt.

Nein, das ist keine Altstadt die ich möchte. Vorschläge, die Feste besser zu organisieren, sie besser aufzuteilen finde ich sinnvoller als eine Entwicklung einfach zu verdammen. Denn eines sollte man immer bedenken. Das ach so schlechte Heute, ist die gute alte Zeit von Morgen.

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6 Gedanken zu “Feiern in die Stadt bitte

  1. Wie bei allen Dingen stellt sich auch bei den sog. „Events“ die Frage nach dem rechten Maß. Ich lebe auch lieber in einer lebhaften Stadt als in einer aussterbenden.

    Das Pendel schlägt aber in unseren Städten nun schon ein Weilchen zu stark in eine Richtung aus: Jeder Blödsinn wird begrüßt und sogar gefördert, wenn er nur verspricht „Leben“ in die Stadt zu bringen, will sagen: Leben in Form von Euro.

    Und: In jedem Ort sollte es Stätten des Kommerz, des Trubels und der Unterhaltung geben, aber auch ruhigere Ortbereiche, die einen angenehmen Gegenpol zu den „belebten“ darstellen.

    In Brixen hat sich die Grüne Bürgerliste, der ich angehöre, dafür eingesetzt, den Weihnachtsmarkt vom Domplatz wegzuverlagern und auf den die Achse Heilig-Geist-Platz – Großer Graben – Alte-Post-, bzw. Hueber-Platz zu verlegen.

    Damit wäre der Markt in jenen Bereich zurückgekehrt, der schon immer dem Handel und dem Handwerk diente, hätte ausreichend Platz und würde den Großen Graben sogar stark aufwerten. Der Domplatz könnte – gerade in der Weihnachtszeit – die würdige und ruhige, weihnachtlich gestimmte Mitte der Stadt sein, der Zwischenbereich zwischen der belebten Stadt und dem kirchlichen Bereich.

    Brixens Altstadt war immer durch eine diagonal über den Domplatz verlaufende Achse in zwei Makro-Bereiche getrennt. Die nordwestliche Hälfte war dem Handel und dem Handwerk, dem profanen Leben vorbehalten, die südöstliche dem Kirchenbezirk mit Pfarrkirche, Dom und Kreuzgang, dem Gries, der Domschule, dem Seminar und den Klöstern mit weltlichen Nebengebäuden für die Verwaltung und die Ministerialien.

    In den letzten Jahren ist in Brixens Szene eine rege Szene erwacht, wie überall. Ein halbes Dutzend gut besuchter Lokale – übrigens alle in der nordwestlichen Altstadthälfte angesiedelt – sorgen für ein vielfältiges Angebot und Nachtleben. Es ist sogar schon soviel geworden, dass niemand mehr in der Altstadt wohnen will, weil unsere jungen Leute sich außerhalb der Lokale flegelhaft aufführen.

    Da fällt mir ein, wie ich mal in der Kneipe zum Sockenschuß in Köln war. Da ging’s ab. Aber beim Rausgehen kam der Chef persönlich, begleitete uns durch die schallisolierende Doppeltür und bat uns, auf der Straße leise zu sein, „sonst machen die mir hier den Laden dicht!“.

  2. Wie bei allen Dingen stellt sich auch bei den sog. „Events“ die Frage nach dem rechten Maß. Ich lebe auch lieber in einer lebhaften Stadt als in einer aussterbenden.

    Das Pendel schlägt aber in unseren Städten nun schon ein Weilchen zu stark in eine Richtung aus: Jeder Blödsinn wird begrüßt und sogar gefördert, wenn er nur verspricht „Leben“ in die Stadt zu bringen, will sagen: Leben in Form von Euro.

    Und: In jedem Ort sollte es Stätten des Kommerz, des Trubels und der Unterhaltung geben, aber auch ruhigere Ortbereiche, die einen angenehmen Gegenpol zu den „belebten“ darstellen.

    In Brixen hat sich die Grüne Bürgerliste, der ich angehöre, dafür eingesetzt, den Weihnachtsmarkt vom Domplatz wegzuverlagern und auf den die Achse Heilig-Geist-Platz – Großer Graben – Alte-Post-, bzw. Hueber-Platz zu verlegen.

    Damit wäre der Markt in jenen Bereich zurückgekehrt, der schon immer dem Handel und dem Handwerk diente, hätte ausreichend Platz und würde den Großen Graben sogar stark aufwerten. Der Domplatz könnte – gerade in der Weihnachtszeit – die würdige und ruhige, weihnachtlich gestimmte Mitte der Stadt sein, der Zwischenbereich zwischen der belebten Stadt und dem kirchlichen Bereich.

    Brixens Altstadt war immer durch eine diagonal über den Domplatz verlaufende Achse in zwei Makro-Bereiche getrennt. Die nordwestliche Hälfte war dem Handel und dem Handwerk, dem profanen Leben vorbehalten, die südöstliche dem Kirchenbezirk mit Pfarrkirche, Dom und Kreuzgang, dem Gries, der Domschule, dem Seminar und den Klöstern mit weltlichen Nebengebäuden für die Verwaltung und die Ministerialien.

    In den letzten Jahren ist in Brixens Szene eine rege Szene erwacht, wie überall. Ein halbes Dutzend gut besuchter Lokale – übrigens alle in der nordwestlichen Altstadthälfte angesiedelt – sorgen für ein vielfältiges Angebot und Nachtleben. Es ist sogar schon soviel geworden, dass niemand mehr in der Altstadt wohnen will, weil unsere jungen Leute sich außerhalb der Lokale flegelhaft aufführen.

    Da fällt mir ein, wie ich mal in der Kneipe zum Sockenschuß in Köln war. Da ging’s ab. Aber beim Rausgehen kam der Chef persönlich, begleitete uns durch die schallisolierende Doppeltür und bat uns, auf der Straße leise zu sein, „sonst machen die mir hier den Laden dicht!“.

  3. Lebende Stadt ja, aber Orte in einen Zirkus verwandeln nein. Bekannte von mir wohnen am Walterplatz, dem „Guten Salon“ von Bozen. Die kriegen bald die Krise weil jedes Wochenende irgendein Remmidemmi ist und zu Weihnachten würden sie am liebsten auswandern.

  4. Lebende Stadt ja, aber Orte in einen Zirkus verwandeln nein. Bekannte von mir wohnen am Walterplatz, dem „Guten Salon“ von Bozen. Die kriegen bald die Krise weil jedes Wochenende irgendein Remmidemmi ist und zu Weihnachten würden sie am liebsten auswandern.

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