Ist Volleyball out?

Serie A - Dritter SpieltagVolleyball gehört zu jenen Mannschaftssportarten die irgendwie jeder schon einmal ausgeübt hat. Ob jetzt in der Schule, am Strand mit Freunden oder auch im Verein. Aber ist es überhaupt noch in Volleyball zu spielen? Spielt überhaupt noch jemand Volleyball? Sieht sich jemand die Spiele an? Um es vorweg zu nehmen, ja. Aber die Entwicklung von Volleyball ist exemplarisch für viele Sportarten und deshalb wollen wir hier mal etwas Licht in den Sporthimmel bringen.

mimi e la nazionale della pallavoloDie gute alte Zeit

In den Achtzigern flimmerten Zeichentrickfilme über die Mattscheibe welche besonders für Mädchen Volleyball propagierten. Und auch so manche südtiroler Gemeinde war ganz versessen darauf neue Mitglieder für ihre Vereine zu rekrutieren. Ich erinnere mich, dass es in der Mittelschule Lana praktisch nur Volleyball gespielt wurde im Turnunterricht. Noch ein wenig Leichtathletik, das war es dann auch schon. Und die Großgewachsenen und guten Spieler, wurden von den schlechteren getrennt. Die durften dann auch nur mehr Volleyball spielen und wurden mit leichtem psychologischem Druck in die Vereine befördert.

Das Ende der goldenen Zeiten
Diese goldenen Zeiten scheinen für den Volleyballsport in Südtirol aber vorbei zu sein. Auch wenn es an Großveranstaltungen nicht mangelt, kann man feststellen dass immer mehr Vereine ihre Volleyball-Sektionen schließen. Auf unserem heimischen Newsportal datiert der letzte Eintrag über Volleyball 2005 und auf den einschlägigen Newsseiten findet man in der Serie C (der Regionalliga) nur mehr zwei Südtiroler Mannschaften. Freizeitmannschaften gibt es genug und lokale Turniere auch, wo aber bleiben die Mannschaften, welche sich in die Liga stürmen.

In der Nachbarregion Trentino finden wir die einzige Mannschaft der Serie A. Professioneller Volleyball versucht mit viel Trommelwirbel, Lärm und mit schreienden Ansagern einen Event aus den Matches zu machen. Mit mittelprächtigen Erfolg. Das interessanteste an der ganzen Veranstaltung ist eigentlich die Aufwärmphase. Da erinnert man sich wieder an die ganzen Übungen welche man als Schüler machen musste. Aber zumindest kann man beobachten wie die Profis schöne Aktionen vorführen. Im Spiel selbst sind die Aktionen zu schnell und oft sehr kurz. Schönes Zusammenspiel ist nur bedingt zu sehen und gewisse Fouls unverständlich.
Volleyball Trient

Das Auf und Ab
Nach einem Hoch der Zuschauerzahlen nachdem Italien mehrere Male Weltmeister wurde ((die italienische Fußball-Nationalmannschaft war damals nicht so gut)), sank die Zahl der Zuschauer stetig. Es scheint dieser Sportart ein ähnliches Schicksal zu ereilen wie dem Eishockey. Es gibt zwar professionelle Mannschaften, aber die gehen immer weniger ins Stadion und im Fernsehen finden diese „Rand-Sportarten“ keinen, oder zu unmöglichen Uhrzeiten, platz.

Liegt es an der finanziellen Lage unserer Mitbürger? Liegt es an den Mannschaften? Woran liegt es? Es ist schwierig einen einzigen Faktor auszumachen. In den letzten Jahren ist es immer häufiger der Fall dass Sportarten an Aufmerksamkeit gewinnen wenn es bei Großveranstaltungen Medaillen hagelt. Dann gibt es wieder Zulauf und Medienpräsenz. Die Jugend will dann diese Sportart ausüben und das Karussell dreht sich. Diese Welle wirkt aber nicht lange genug. Eine dieser „Moden“ ist im Tennis zu beobachten. Tennis war eigentlich schon fast tot, da kommt ein Hoffnungsträger und schon gibt es mehr junge Spieler als in den letzten 10 Jahren.

Und was schließen wir daraus. Nachdem es in gewissen Sportarten in den letzten Jahren keine großen Errungenschaften gegeben hat ist das Interesse abgeflaut, auf der aktiven Seite und auch auf der Zuschauerseite. Außerdem gilt die Gleichung „aktiver Sportler = Zuschauer“ nicht mehr gültig. Wenn die Zeit knapp wird muss man sich entscheiden. Immer mehr Menschen arbeiten länger und treiben auch nebenher Sport. Das Mehrangebot an sportlichen Aktivitäten (Mountainbike, Klettern, Pilates, Fitness-Studio,…) teilt die Anzahl der potentiellen Zuschauer auch noch auf. Da bleiben oft nicht mehr viele um auch noch Sportveranstaltungen zu besuchen.

Ist es das Ende?
Es braucht keinen Aufruf zum Arterhalt. Es ist normal dass gewisse Sparten aus unserem Alltag verschwinden. Und solange es nur professionelle Sportvereinigungen sind, welche verschwinden weil kein Interesse mehr daran besteht, ist das auch nicht so schlimm. Die Sportart selbst wird nicht aussterben, wie die ganzen Freizeitmannschaften zeigen, und in Zukunft sicherlich wieder eine Renaissance erleben. Bis dahin kann man sich ohne Gewissensbisse dem aktiven Sport widmen der einem am besten zusagt, ist sowieso gesünder.

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