An die lieben Verbraucher – sorry VerbraucherInnen

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Die Aufrufe an die Gesellschaft sich als mündige Bürger durchs Leben zu schreiten höhren nicht auf. Den Beigeschmack dieser Aufrufe mag ich ja persönlich nicht so, das kommt oft so rüber als wenn ich erst beweisen müsste ein selbstbestimmter (das bedeutet „Mündigkeit“ im philosophischen Sinne. Da kann man eigentlich auch fragen ob Südtirol insgesammt mündig ist. Selbstbestimmt ja nur teilweise.) Bürger zu sein. Gerne vergreifen sich Institutionen im Tonfall, Vater Staat läßt grüßen, aber auch Organisationen, welche den Bürger aufklären möchte und ihm dienen.
Ein solcher Fall ist die Verbraucherzentrale. An das leidige zweigeschletertum der „VerbraucherInnen“ kann man sich ja noch gewöhnen, aber die propagandistischen Pressetexte, die den Verbrauchern ((ohne –Innen, demnächst muss man ja den Sauerstoff um Erlaubnis fragen den man einatmet um politisch Korrekt zu sein)) um die Ohren gehaut werden sind zuviel. Eine Kostprobe gefällig:

„Das ist der Preis des globalisierten Marktes: Wir bekommen zwar alles, was unser Herz begehrt, aber die Kontrolle der Qualität wird immer schwieriger. […] KonsumentInnen wieder einmal auf sich selbst und ihr Kritikvermögen angewiesen. Solange die europäischen Behörden uns nicht zu 100% vor schwarzen Schafen unter den Obst- und Gemüseanbauern schützen können […]“ – gekürztes Zitat aus „Peperoni unter Ermittlung“

Bitte nicht solche Rundumschläge nach dem Motto: „Das habt ihr ja so gewollt!“ oder „Die EU macht wieder nix!“ „Armer Bürger, muss er aufpassen was er ißt.“ Slow down, oder wie es sich für diesen Blog gehöhrt – CALMA. Es muss nicht immer mit der Angst alles aufgebauscht und die große Medienkeule geschwungen werden. Wenn man die nötige Autorität hat, kann man auch mit einfacheren Meldungen gute Ergebnisse erzielen.

Es hätte z.B. gereicht, wenn man vor dem Einkauf gewisser Gemüsesorten warnt, weil man Rückstände von Schadstoffen gefunden hat. Wenn man unbedingt noch mehr Info draufpacken will, kann man ja aufklären. Aber dann bitte richtig. Solange Verbraucher auch Tomaten im Winter kaufen wollen, werden sie produziert. Aber auch in Spanien ist nicht das ganze Jahr über Sommer und deshalb muss ein gewisser Aufwand betrieben werden (Stichwort Glashäuser). Wer diese Technik anwendet kommt um gewisse „Spritzmittel“ kaum herum. Da kann es ruhig vorkommen dass da was hängen bleibt. Das ist nicht gut, und das sollte auch nicht so sein, aber die Schuld auf die Globalisierung und die EU zu schieben ist ein wenig billig.

Als mündiger Bürger kann ich dann, über das Risiko informiert, entscheiden ob ich es eingehen will. Deshalb will auch nochmal betonen, dass ich die Verbraucherzentrale und Ihre Dienste sehr schätze, wenn es um die Information geht. Ich würde mir nur wünschen, dass sie auch so aufbereitet ist dass sie mir was nützt, und nicht so dass sie Schlagzeilentauglich ist.

PS: Noch was zum Thema Autorität. In einem Spin-Off der Verbraucherzentrale, der Verbrauchersendung des Senders Bozen werden Themen, die uns was angehen sollten, behandelt. Hier einige Anmerkungen zur Sendung wo es auch um Ernährung ging. Das nächste Mal aber interviewt bitte jemanden der vom Fach ist und nicht eine Mitarbeiterin der Verbraucherzentrale, wenn es darum geht eine gesunde Ernährung zu propagieren. Und keine falschen Behauptungen. Der Körper kann keinen Unterschied zwieschen natürlichen und industriell hergestellten Vitaminen erkennen – die Pflanzenstoffe machen es sinnvoll die Vitamine über Gemüse und Obst aufzunehmen. Aber das ist wieder ein anderes Thema. Und zum Schluß, die Industrie verfolgt Trends und kann auch durch sehr viel Werbung nichts dem Mensch einreden, was er nicht schon will. Aber auch das ist wieder ein anderes Thema.

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