Asche auf mein Haupt

Alle Jahre wieder beobachtet man interessante Rituale. Jeder kennt den großen Wettbewerb im „Gute Vorsätze machen“ den wir uns zu Neujahr auf bürden. Dieser wird nur vom „Gute Vorsätze brechen“ überflügelt. Aber auch am Aschermittwoch etabliert sich langsam das Ritual „Bis zu Ostern mache ich dies und das nicht“ immer mehr. Am populärsten ist hier in Südtirol der Verzicht auf Alkohol.

Ich selbst habe vor ein paar Jahren bei diesem Spiel mitgemacht. Ich muss zugeben dass ich nicht allein war. Ein kleines Grüppchen von Freunden hat sich zusammengefunden und gemeinsam beschlossen dem Gehirnzellentöter für 40 Tage zu entsagen. Mediziner raten diese „Quarantäne“ auch als Test. Man soll damit testen können, ob man schon zu den Süchtigen gehört oder nicht, denn innerhalb von 40 Tagen ist immer ein Geburtstag oder eine andere Feierlichkeit die begossen werden kann. Wenn man da auch noch standhaft bleibt gehört man anscheinend noch nicht zu den Alkoholkranken. Ich habe meine Zweifel ob 40 Tage reichen, da man von Alkoholkranken weiß, dass sie selbst nach Jahren der Abstinenz noch rückfällig werden können.

Jedenfalls habe ich, im Unterschied zu manchen Kollegen, die auf das gute Glas Wein zum Besonderen Essen nicht verzichten konnten, durchgehalten. Trotz einiger Feierlichkeiten. Und das Resultat war ernüchternd. Nach 40 Tagen habe ich nach einem Cuba schon einen „Fetzen beinander“ gehabt der sich gewaschen hat. Der Damm war gebrochen und nach zwei weiteren habe ich mir das Schienbein aufgeschlagen, was ich aber erst am nächsten Tag merkte. Erst durch Nachfrage bei Freunden von mir konnte ich meine Darbietung genießen. Nach dieser tollen Figur habe ich dann für ein halbes Jahr mehr keinen Tropfen mehr angerührt.

Drum prüfe wer für 40 Tage etwas entsagen möchte, es könnte sein, dass der Zustand länger anhält.

4 Gedanken zu “Asche auf mein Haupt

  1. Ich bin 30 Jahre alt und bin mit dem Alkohol groß geworden. Mein Vater ist, seit ich denken kann, Alkoholiker. Nicht nur daß das Leben mit ihm, für mich, meine Geschwister und meine Mutter,die Hölle war . . . es hat mein ganzes Leben beeinflußt! Ich lebe seit 10 weit weg von zuhause, dachte ich könnte dem Wahnsinn entfliehen. Aber ich leide immer noch daran: ich habe kein Selbstbewusstsein, habe Albträume, habe fast keine Freunde, meine Beziehungen zu Männer warern katastrofal. Ich habe nie gelernt wie man mit Leuten umgeht, daheim wurde nicht gelacht, mir wurde nie gezeigt wie man mit Geld umgeht … Und daraus resultieren Probleme, die eine Menge Kraft kosten um überwindet zu werden. Ich hatte keine Kindheit, ich hatte keine Jugend. Es wurde immer alles vertuscht und meine Eltern glauben heute noch, daß ich ein normales Leben führe. Ich kämpfe immer wieder, damit ich nicht in Depressionen falle, damit ich nicht selber süchtig werde . . . ich kenne nichts anderes. Niemand hat es mir gezeigt. Ich kämpfe jeden Tag, damit ich endlich ein normales Leben führen kann.

  2. Ich bin 30 Jahre alt und bin mit dem Alkohol groß geworden. Mein Vater ist, seit ich denken kann, Alkoholiker. Nicht nur daß das Leben mit ihm, für mich, meine Geschwister und meine Mutter,die Hölle war . . . es hat mein ganzes Leben beeinflußt! Ich lebe seit 10 weit weg von zuhause, dachte ich könnte dem Wahnsinn entfliehen. Aber ich leide immer noch daran: ich habe kein Selbstbewusstsein, habe Albträume, habe fast keine Freunde, meine Beziehungen zu Männer warern katastrofal. Ich habe nie gelernt wie man mit Leuten umgeht, daheim wurde nicht gelacht, mir wurde nie gezeigt wie man mit Geld umgeht … Und daraus resultieren Probleme, die eine Menge Kraft kosten um überwindet zu werden. Ich hatte keine Kindheit, ich hatte keine Jugend. Es wurde immer alles vertuscht und meine Eltern glauben heute noch, daß ich ein normales Leben führe. Ich kämpfe immer wieder, damit ich nicht in Depressionen falle, damit ich nicht selber süchtig werde . . . ich kenne nichts anderes. Niemand hat es mir gezeigt. Ich kämpfe jeden Tag, damit ich endlich ein normales Leben führen kann.

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