Fast wie am Goldenen Sonntag.

Wer sich am falschen Goldenen Sonntag, der richtige ist erst nächste Woche, es wagt eine Runde durch Bozen zu machen, glaubt sicher, dass sein letztes Stündlein geschlagen hat. Ich erinnere mich noch lebhaft, als Kind mit meinen Eltern die letzten Einkäufe traditionell am letzten Sonntag vor Weihnachten zu machen, und dass es immer ein Chaos war. Aber die Zeiten ändern sich, und vielleicht auch gerade wegen dem Weihnachtsmarkt scheint jetzt alles organisierten zu sein.

Zu meiner Freude konnte ich einen hauch von Event-Marketing erkennen, als ich die „Starautoren“ von „So kocht Südtirol“ erspähte. Sie waren auch eifrig dabei, ein Sabayon anzurühren und Ihren Fans die Bücher zu signieren. Ich nahm also Abstand von dieser Betriebsamkeit und verzog mich in ein anderes Stockwerk. Doch welch Graus muss mir da entgegenspringen – Dolopoly. Mir schwahnt nichts gutes und ein zweiter Blick bestätigt die Befürchtungen. Medienpatriarch Athesia schlägt wieder zu.


Aus der Beschreibung: „…Es geht darum, Firmen zu gründen, in diese zu investieren (oder diese eventuell zu verkaufen) ..:“. Kann der Athesia nicht eine eigene Idee einfallen? Und wenn schon abkupfern, dann ordentlich, oder doch bitte eine Lizenz erwerben. Bei „Monopoly“ geht es darum ein „Monopol“ zu errichten – deshalb der Name. Soll man bei Dolopoly die Dolomiten errichten? Jeder weitere Kommentar glaub ich erübrigt sich.

Da flüchtet man doch lieber nach draußen – und oh Wunder, die Massen an Leuten bleiben aus. Die Straßen und der Weihnachtsmarkt füllt sich nur gemächlich und auf erträgliche Maße. Und plötzlich steht man vor der Uni und wundert sich. Da haben die Designer wieder was ausgeheckt. Snowball – Volleyball on Snow. Nachdem auch hier der Andrang sich in Grenzen hielt und der Schnee bei den angenehmen 10°C auch schon langsam matschig wurde eilte ich weiter. Denn das digitale Chronometer zeigte ja auch schon 12:89 Uhr. Ich muss zugeben, etwas verwirrend, aber das haben sich auch die Designer ausgeheckt.

Also schnell zum Zug. Schließlich ist man mit öffentlichen Nahverkehrsmittel in die Stadt gefahren, wegen dem Chaos und so. Aber das Chaos stellte sich mal wieder bei den Staatsbahnen ein. Da gab es dann plötzlich einen Zug nach Sigmundskron. Ich hab ja nichts gegen Sigmundskron, ein tolles neues Museum gibt’s da auch ganz in der Nähe, aber einen eigenen Zug dahin find ich übertrieben. Und außerdem musste ich weiter. Da hört man dann den Capotreno in die Zugleitstelle rufen: „Isch schun wieder alles tschari gongen?“ sprich – hat sich die Technik wieder verabschiedet? Also auf zum Bus, der fährt ja Gott sei dank alle zwei Stunden in die richtige Richtung. Na was solls, dann gibt’s halt doch noch einen Glühwein. Und das nächste mal, nehme ich das Auto.

Update 19/12/2006: Es ist mir zu Ohren gekommen, dass nur Firmen in Dolopoly aufgenommen worden sind, welche der Athesia genehm und wohl gesonnen sind. Natürlich hat man lieber seine Freunde zum spielen, aber gebt doch auch bitte das Auswahlverfahren bekannt.

2 Gedanken zu “Fast wie am Goldenen Sonntag.

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