Airport Bozen Dolomiten – wenig international, very much provincial

Die Pannen beim Prestigeprojekt Flughafen reißen nicht ab. Erst seit ein paar Tagen funktioniert das Schlechtwetterradar wieder, das für einige Wochen erhebliche Umstände gemacht hat. Man möchte glauben, dass dieser Flughafen noch nie unter einem guten Stern gestanden hat. Zwischen Pannen, Pech und Pleiten, Miskalkulationen, negativen Propaganda und dem Dilentantismus den die Betreiber an den Tag legen, ist einfach kein Platz für Erfolg und positiven Entwicklungen.

Dass die Bevölkerung einen Flughafen nicht gut findet ist ja schon ein Klassiker. Sogar in Grossstädten wie Frankfurt wurde lange gekämpft. Dass Südtirol einen Flughafen braucht ist unstrittig. Südtirol gibt immer damit an, die Lebensqualität der hier lebenden Menschen und das Niveau der Gäste anheben zu wollen. Kein Massentourismus usw., aber wirkliche Maßnahmen sind selten. Projekte wie die Thermen Meran, die für betuchte Kundschaft einen Top-Service leisten wollen sind ein guter Ansatz, aber die Touristen haben davon wenig genutzt. Vor allem die Ansässigen sind in die Thermen gegangen.

Also könnte man jetzt weiter denken und sagen, dass vielleicht der Flughafen für die Südtiroler selbst am interessantesten sein könnte. Ich möchte jetzt nicht auf die wirtschaftlichen Aspekte eingehen, also nicht darüber diskutieren ab welcher Pistenlänge und welcher Flugfrequenz es als Investor interessant wird. Denn ganz unabhängig davon gibt es ein paar Mängel die den Flughafen, wie er heute ist, zu einem provinziellen Witz verkommen lassen.

Da wäre zum einem die Anbindung an die anderen Verkehrsmittel. Ist ist anscheinend schon viel, dass eine Straße hinführt. Eine Buslinie gibt es nicht, also muss man die nächste Bushaltestelle in 100 Meter entfernt liegen soll. 100 Meter Luftlinie, und mit Gepäck nicht gerade bequem zu erreichen. Den nächsten Bahnhof (Bozen Süd), direkt an der Messe angegliedert ist, liegt gerade weit genug entfernt, um eine Taxifahrt lächerlich zu machen, und weit genug um ihn zu Fuß nicht zu erreichen. Also bleibt nur noch das Taxi oder das eigene Auto. Blöd ist es natürlich für all die Gäste die nach Südtirol fliegen, denn Autovermieter findet man in Bozen nur im Zentrum. Man wird nämlich nicht aufgeklärt und die Taxis erscheinen als einzige Möglichkeit vom Flughafen weg zu kommen. Sofern welche da sind. Erst letzte Woche ist ein voll besetzter Flug von Rom angekommen (der letzte des Tages, nach Mitternacht) und die Flugäste, darunter auch Holländer wurden höflich zum Ausgang des Flughafens geführt. Hinter ihnen die Tür verschlossen und das Licht gelöscht. Kein Taxi weit und breit, kein Bus (fährt keiner mehr) oder auch nur irgend eine Erklärung wie man jetzt weiterkommt. Das herantelefonierte Taxi (die Nummer war einem Einheimischen bekannt) kam recht spät, nachdem es in Bozen nach Mitternacht nur 4 Taxis gibt die Dienst haben. Ich frage mich wirklich was es die Betreiber kostet die Fluggäste beim Check-in zu fragen ob sie ein Taxi wünschen, bei Ihrer Ankunft in Bozen. Eine Frage und ein Anruf und das positive Bild das durch solche kleinen Dienstleistungen vermittelt wird kann mit keiner Kampagne erreicht werden.

Aber dass die Kommunikation beim Flughafen nicht gerade ernst genommen wird sieht man auch daran, wie aktuell die Informationen auf Ihrer website gehalten werden. Schon vor über zwei Wochen sind die neuen Richtlinien für das Handgepäck in Kraft getreten, aber auf der Seite findet man keinen Hinweis darauf. Da muss schon ein wenig mehr Einsatz her. Die AirAlps, die Fluggesellschaft mit den meisten Flügen von und nach Bozen macht auch keine Anstrengungen Ihren Kunden die neuen Bedingungen zu kommunizieren. Es scheint, dass man sich darauf verlässt, dass die Medien einem die Arbeit abnehmen.

Was tun also, um den Flughafen populärer zu machen? Als erstes würde ich vorschlagen eine Mängelanalyse zu machen. Viele kleine Mängel bauschen sich immer zu einem großem negativen Bild. Vor allem, wenn es sich um Mängel handelt, die einen reibungslosen Ablauf behindern. Für alle Dienstleister gilt, besonders wenn man nicht gezwungen ist ihre Dienste in Anspruch zu nehmen, dass nur jene sich behaupten können, die ihre Dienste optimal erbringen und der Kunde einen Mehrwert daraus schöpfen kann. Und wie wir alle wissen, ist der Aufwand etwas Gut zu machen nicht größer als der etwas Schlecht zu machen.

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