Kürbisfest Bozen, Autopsie eines Festes

Seit 5 Jahren wird in Bozen ein Kürbisfest organisiert. Es wird in Zusammenarbeit von Gastbetrieben, Floristen/Gärtnern und der Landesregierung organisiert und bei der Zusammenstellung verwundert es doch das überhaupt etwas zustande kommt. Wir wissen natürlich alle, das Südtirol ein traditionelles Kübisland ist. Über weite Äcker sind die leuchtenden Riesenbeeren von weit her schon zu sehen, … doch halt, das ist die Steiermark, nicht Südtirol. Was soll also ein Kürbisfest bei uns.
Kürbisse sind seit einigen Jahren wieder ins Rampenlicht der kulinarischen und dekorativen Welt gerückt. Und nachdem Kürbisse auch in Südtirol wachsen, kann man ja ein Fest ähm ein Geschäft draus machen. Man nehme 3,5ha und pflanzt darauf Kürbisse, speziell für das Verkaufsfest. Und wo macht man so ein „Fest“, natürlich auf dem Waltherplatz. Abgeschaut hat man diese Veranstaltung den richtigen Anbaugebieten und dort sieht das auch etwas anders aus, wie man hier, hier und hier sehen kann.
Und was macht man alles für das Publikum, damit es auch vorbeischaut. Man findet eine Gärtnereien-Leistungsschau in einem abgesperrten Areal. Die Organisatoren selbst geben den dort gezeigten Darbietungen folgende Titel: Kürbis Performance, Kürbis Olympiade, Kürbis Floristik und Kürbis Schmankerl und nicht zu vergessen die Kürbis-Sause. Besonders die Kürbis Schmankerl finde ich niedlich, auf dem ganzen Fest-Areal findet man nur eine kleine Bude, mit ein paar Tischen, welche den Fest-Charackter ausmachen soll. Na bravo. Dass einige „ausgesuchte“ Restaurants in der Innenstadt die Speisekarte auf Kürbisse eingerichtet haben ist ja ok (Stichwort Kürbis-Gastronomie), aber bei vielen ist das nur ein Lippenbekenntnis. Bei anderen wiederum ist der Kürbis sowieso fix im Programm im Herbst.

Aber nun zum Erlebnis Kürbisfest. Man darf das Gelände durch zwei Personentrenner betreten. Ziel ist bei solch einer Einrichtung natürlich nicht dass man geregelt Eintritt, sondern dass man hier nicht wieder rauskommt. Hat man diese Hürde überwunden (man musste extra groß Eintritt frei draufschreiben, sonst hätte es gleich nach kommerzieller Veranstaltung ausgesehen), kann man das Werk einiger mehr oder weniger begabter Landschaftskünstler betrachten, die mit Kürbis und wenig Fantasie etwas zusammengebastelt haben.

Jetzt mal ehrlich, was hat ein mit Gras besetztes Auto, mit Kürbiskopf-Fahrern auf einer Kürbisstraße wirklich mit Kürbissen zu tun? Beim Tomatenfest wird dann eine Tomatenstraße draus oder was? Außerdem ist diese Installation seit 5 Jahren zu sehen, also bitte etwas mehr Einsatz. Und wer schon unbedingt spektakulär werden will, muss nicht unbedingt eine Riesenamphore platzieren, so nach dem Motto: „Huch, jetzt sind mir die Kürbisse aus der Amphore gerollt“. Oder ein anderes tolles Beispiel ist: „Warum lassi ich immer meine Vespa inmitten der Kürbisse stehen?“.

Und das Beste meiner Meinung nach ist die Kürbispyramide. Hier soll die Vielfalt der Kürbiswelt gezweigt werden. In der Tat ist die Kürbiswelt reich an Sorten, hunderte und vielleicht tausende, nachdem sie sich ungemein gern kreuzen und so ständig neue Sorten entstehen. Einen kleinen Einblick in diese Welt bekommt man hier und hier. So gesehen sind die 10 Sorten die hier gezeigt werden ein Witz, besonders wenn man sie immer wieder wiederholt um den Anschein zu erwecken, man habe mehr Sorten zu bieten.

Und wozu ist das ganze Tohuwabohu gut, natürlich zum Verkaufen. Der Shop hat alles Mögliche zu bieten. Sehr viel Deko-Materialien und Kürbis-Schnickschnack in Form von Figuren und Lampen. Dann gibt’s noch eine Mini-Sektion Bücher und Kulinarisches, wo steirisches Kürbiskernöl und Kübis-Prosecco nicht fehlen dürfen, alles natürlich nicht aus Südtirol. Das Gute an dem Shop ist aber, dass man auch Kürbisse kaufen kann, und das zu einem günstigen Preis. Mein Tipp sind natürlich die Butternuts. Im Unterschied zu anderen Kürbissorten beträgt hier das Verhältnis Fleisch zu Samen 9/1 und bei einem Einheitspreis von 1,50 € bekommt man gut 1 Kg Kürbisfleisch. Besser geht’s kaum.

Soll man also seine Zeit opfern, um diese Veranstaltung zu besuchen? Wer grad im Zentrum von Bozen ist, kann vorbeischauen und sich ein paar Kürbisse holen. Oder man schaut sich die tollen Schnitzereien an. Hier ein Kunstwerk für unsere lieben Touristen aus dem italienisch sprechenden Staatsgebiet – Padre Pio Was man mit den Kürbissen sonst noch sinnvoller machen kann, verrat ich euch dann in ein paar Tagen.

6 Gedanken zu “Kürbisfest Bozen, Autopsie eines Festes

  1. Hallo Leute, auch in unseren Blogs war das Kuerbisfest Thema. Die Deutschen haben sich sehr gewundert darueber. Die kommen aber gerne zu diesem Fest. Ich habe keine Ahnung, was das soll, doch es klappt. Griasse, Burg

  2. Hallo Leute, auch in unseren Blogs war das Kuerbisfest Thema. Die Deutschen haben sich sehr gewundert darueber. Die kommen aber gerne zu diesem Fest. Ich habe keine Ahnung, was das soll, doch es klappt. Griasse, Burg

  3. ja, besser hätte man das Fest nicht beschreiben können und es hat sich den Namen echt nicht verdient, aber die Touristen finden es anscheinend toll. Hab übrigens ein italienisches Pärchen (über 60) belauscht die am Waltherplatz ganz verzweifelt eine Ansichtskarte vom Kürbisfest gesucht haben. Wollten sie an die Tochter nach England senden. Ansichtskarten gibt es übrigens noch keine, eine Marktlücke wurde somit entdeckt.

  4. ja, besser hätte man das Fest nicht beschreiben können und es hat sich den Namen echt nicht verdient, aber die Touristen finden es anscheinend toll. Hab übrigens ein italienisches Pärchen (über 60) belauscht die am Waltherplatz ganz verzweifelt eine Ansichtskarte vom Kürbisfest gesucht haben. Wollten sie an die Tochter nach England senden. Ansichtskarten gibt es übrigens noch keine, eine Marktlücke wurde somit entdeckt.

  5. Eine weiter Kleinigkeit zum Walterplatz. Vor allem Anrainer fühlen sich langsam in einen Belagerungszustand versetzt, weil der Platz das ganze Jahr hindurch für Veranstaltungen genützt wird, oft mit Zirkuscharakter.

  6. Eine weiter Kleinigkeit zum Walterplatz. Vor allem Anrainer fühlen sich langsam in einen Belagerungszustand versetzt, weil der Platz das ganze Jahr hindurch für Veranstaltungen genützt wird, oft mit Zirkuscharakter.

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